Lehrveranstaltungen REITINGER Andreas


Christlicher Glaube hat von Anfang an den Anspruch erhoben, über seine Überzeugungen Rechenschaft abzulegen. Diese Bereitschaft, Gründe geben zu wollen über die eigene Hoffnung (vgl. 1 Petr 3,15) und die genuin zum Selbstverständnis christlicher Theologie gehört, setzt dabei ein gemeinsames Forum der Vernunft voraus, auf dem die Stichhaltigkeit von Gründen diskutiert und geprüft werden kann und muss. Klassischerweise ist die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Vernünftigkeit und Stichhaltigkeit von Behauptungen beschäftigt, die Philosophie, die etwa danach fragt, ob es so etwas wie eine Wahrheit gibt, warum überhaupt etwas ist und nicht vielmehr nichts, ob es eine alles bestimmende Wirklichkeit, etwas Unbedingtes, geben kann oder nach der Rationalität religiöser Überzeugungen fragt.

Sofern also zum christlichen Glauben und zur christlichen Theologie das Gründe-Angeben gehört, gehört auch die philosophische Reflexion zum notwendigen Bestandteil jedes Theologiestudiums.

Die Vorlesung im Rahmen des Moduls „Einführung in philosophische Grundfragen der Theologie“ versteht sich dabei als philosophische Propädeutik, welche in die zentralen Disziplinen der theoretischen Philosophie einführen und deren wesentlichen Begriffe und Argumentationsmuster in den Blick nehmen möchte.

Im Laufe der Veranstaltung sollen unter anderem die auch für angehende Theologinnen und Theologen unverzichtbaren Themenfelder der Metaphysik (Welt), der Erkenntnistheorie (Denken), der Sprachphilosophie (Sprache), und der philosophischen Anthropologie/Philosophie des Geistes (Geist) vorgestellt und diskutiert, aber auch das Verhältnis von Glauben und Wissen näher problematisiert werden.

Die Vorlesung findet wegen eines Lehrauftragsformats in sechs Blöcken, jeweils von 14-19 Uhr statt, aber gerade dieser kompaktere Rahmen wird auch Raum für interaktive Elemente und ausreichend Rückfragen bieten.