This is the moodle room for my two MA classes in Latin Christianity.

Während im Alten Deutschen Reich die Reformationswirren herrschten und blutige Kriege zwischen Katholiken und Protestanten verschiedener Färbung das Land wüst legten, war das reformatorische Gedankengut im östlichen Europa viel weniger mit Gewalt verbunden. Es gab selbstverständlich auch hier gewaltige Auseinandersetzungen, aber gleichzeitig war diese Region schon länger an religiöse Pluralität gewohnt und begegnete den neuen Glauben daher mit größerer Toleranz. Die Toleranzedikte von Polen-Litauen und Böhmen gingen viel weiter als der Augsburger Religionsfrieden, zum Beispiel.

In dieser Vorlesung werden wir uns die Reformation und ihre Auswirkungen im östlichen Europa anschauen, um die Frage zu beantworten, welche Gründe die unterschiedlichen Annäherungen gehabt haben und wozu dies später geführt hat.


Die theologische Antwort auf die Frage, ob es mehrere Christentümer gibt, ist "nein". Schaut man sich die christliche Welt jedoch an, gibt es eine Vielzahl von verschiedene Gruppierungen, die sich Kirche nennen, mit unterschiedlichen Graden von Exklusivitätsanspruch und Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Ekklesiologie ist die Lehre darüber, wie sich die eine Kirche Christi zu den von Menschen geschaffenen kirchlichen Strukturen verhält. Dabei gibt es sehr unterschiedliche Modelle, wie dieses Verhältnis aufgebaut wird.

In diesem Seminar werden wir uns die verschiedenen Modelle anschauen, um das theologische Paradox der Kirchen in Mehrzahl zu dekonstruieren.