Lehrveranstaltungen GOTZMANN Andreas

Die Begeisterung des bürgerlichen Judentums der Moderne an Erzählungen des eigenen Lebens wirft nicht nur Fragen nach dem Sinn und den Inhalten solcher Lebensbeschreibungen auf. Zugleich stellt sich die Frage nach ihrer literarischen Gestaltung ebenso wie nach der Form und auch danach, welche Inhalte tradiert werden. Die Veranstaltung befasst sich mit dieser spezifischen Textgattung nicht nur unter dem Gesichtspunkt einer womöglich spezifisch jüdischen Erinnerungskultur; sie geht auch der Frage nach dem geschichtswissenschaftlichen Zugang zu diesen Quellen nach.

Die Umwälzungen jüdischer Kultur und jüdischer Existenz in der Moderne werden in dieser Veranstaltung anhand beispielhafter Texte aus der Zeit dargestellt und analysiert. Zentrale Themenfelder hierbei sind der soziale, rechtliche und ökonomische Wandel, die Herausbildung eines wissenschaftlichen Selbstverständnisses jüdischer Kultur, der Wandel jüdischer Identitäten, zentrale Aspekte des osteuropäischen und amerikanischen Judentums der Moderne sowie der Entstehung eines jüdischen Nationalismus

Die Veranstaltung bietet einen besonderen Zugang zum Verständnis jüdischer Geschichte und Kultur indem Sachzeugnisse ins Zentrum der Betrachtung gestellt werden. Ausgehend von einzelnen Gegenständen des Alltags, des religiösen Rituals sowie weiterer Lebenszusammenhänge, die typische für jüdische Kulturen von der Antike bis in die Moderne waren bzw. sind, erschließt sich ein grundlegendes Verständnis von jüdischer Kultur und jüdischer Selbstwahrnehmung

Die Veranstaltung bietet einen grundlegenden Einblick in die Geschichte des jüdischen Volkes und in die Entwicklung der religiösen Traditionen der israelitischen und rabbinisch-jüdischen Religion. Neben grundlegenden Strukturen werden entscheidende kulturelle Konzepte der unterschiedlichen Phasen ebenso angesprochen wie die gegenseitigen Bezüge des Judentums zu seiner Umwelt.