Lehrveranstaltungen TARKIAN Tatjana

Das Thema Behinderung wurde in der Gegenwartsphilosophie lange in erster Linie im Kontext biomedizinischer Fragestellungen erörtert. Häufig ging und geht es dabei um die Beurteilung von pränataldiagnostischen Methoden und so genannter selektiver Abtreibung. In philosophischen Gerechtigkeitstheorien wurde das Thema Behinderung hingegen lange kaum oder höchstens stiefmütterlich behandelt. In den letzten Jahren hat die Kritik am Umgang des philosophischen Mainstreams mit dem Thema zugenommen. Einen wichtigen Versuch, blinde Flecken der Gerechtigkeitstheorie mit Blick auf Behinderung zu überwinden, stellt Martha Nussbaums Befähigungsansatz dar (Frontiers of Justice/Die Grenzen der Gerechtigkeit). Im Seminar sollen ausgewählte philosophische Beiträge zum Thema Behinderung gelesen und diskutiert werden. Auch Nussbaums Buch soll Gegenstand der Diskussion sein; es wird aber nicht im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.

Ein vielgelesenes Standardwerk zur angewandten Ethik ist Peter Singers "Praktische Ethik". Singer behandelt darin viele ihrer zentralen Fragen - zum rechten Umgang mit Tieren, zum Lebensanfang (z.B. zur Zulässigkeit der Abtreibung) und Lebensende (z.B. zur Zulässigkeit der Sterbehilfe) sowie zu Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem globalen Wohlstandsgefälle stellen - aus seiner präferenzutilitaristischen Sicht. Der Präferenzutilitarismus hat wie der Konsequentialismus, von dem er eine Variante ist, viele Kritiker. Singers Buch eignet sich zu einführenden Zwecken aber auch, wenn man sich seine Position nicht zu eigen macht.

Wir werden das Buch im Seminar kapitelweise lesen und diskutieren. Es erschien erstmals 1979 und löste Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre im deutschsprachigen Raum wegen seiner umstrittenen Position zur Sterbehilfe eine erhebliche Kontroverse im akademischen Raum und in der interessierten Öffentlichkeit aus. Mittlerweile liegt die 3. Auflage vor, die gegenüber der ersten und zweiten revidiert und deutlich erweitert wurde. Von der Substanz seiner Position hat Singer keinen Abstand genommen, aber er hat auf Kritik und Missverständnisse mit Klärungen reagiert und aktuelle Entwicklungen und Fälle aus der Praxis berücksichtigt. Grundlage unseres Seminars ist daher die dritte Auflage (in der deutschen Übersetzung von 2013), die auch ein ganz neues Kapitel zum Klimawandel enthält.


Das Seminar bietet eine Einführung in die Friedens- und Konfliktforschung und ist im Schwerpunkt auf die Vermittlung von sicherheitspolitischem Grundlagenwissen ausgerichtet. Neben völkerrechtlichen Aspekten werden auch Informationen zu internationalen Institutionen und Bündnissystemen vermittelt, die sich klassischerweise in der heutigen Zeit mit Krisen und Konflikten befassen und Problemlösungsansätze bieten sollten.

In einer genaueren Betrachtung werden 4 Weltregionen in ausgewählten Konfliktanalysen beleuchtet: Afrika, Asien, Russland und der Nahe Osten. Es sollen u.a. folgende Konfliktanalysen erstellt werden: Somalia und Mali, Südchinesisches Meer und Nordkorea, Nahostkonflikt und der Iran, Tschetschenien und der Kaukasus. Dabei werden u.a. folgende Themen der internationalen Beziehungen angesprochen: Failed States, internationaler Terrorismus, Responsibility to protect und humanitäre Interventionen. Die Einführung in die Konfliktregion wird jeweils durch einen Dozentenvortrag erfolgen. Weitere Sitzungen sind dann den Konfliktanalysen gewidmet (studentische Referate). Ziel jedes Referates ist eine abschließende Diskussionsrunde. Prüfungsleistung: Referat.